Poetry

To

Go

Sabine Magnet
POetry to go
Was ist das?

POETRY TO GO ist Ad hoc-Poesie, verfasst auf einer Schreibmaschine nach individuellen Angaben von Passierenden, Gästen, Interessierten.

 

Die Auftraggebenden können die Entstehung der Werke live mitverfolgen: Sabine Magnet führt ein kurzes Gespräch über Themenwunsch oder Aussage, es folgt minutenlanges Schreibmaschinengeklapper, dann wird der Text übergeben.

 

In der Tradition der Auftragsdichtung bietet Sabine Magnet ihre Dienste an. Online via ihren Social Media-Auftritten auf Instagram und Facebook und über diese Seite. Und im echten Leben, zum Beispiel in gastronomischen Betrieben und Biergärten, im Rahmen von Kultur- und Firmenevents, auf Hochzeitsfeiern und sonstigen Festivitäten.

 

In der Weiterentwicklung macht Sabine Magnet daraus Konzeptkunst und Poesieperformances, die sie im Rahmen von Ausstellungen zeigt – als Einzelkünstlerin, in Gruppenausstellungen oder in der in Zusammenarbeit mit dem Kollektiv DIE VILLA.

Geschichte

Das Prinzip der Auftragslyrik ist schon seit der Antike bekannt,
berühmtester Vertreter ist der griechischen Dichter Pindar.

Heute findet man die ”Poets for Hire“, die Mietpoeten und Leihdichterinnen, zum Beispiel in London an der South Bank der Themse bei der Tate Modern, im Washington Square Park in New York oder im French Quarter von New Orleans, wo sie mit ihren Schreibmaschinen an öffentlichen Plätzen sitzen und Gedichte auf Bestellung verfassen.

POESIE FÜR ALLE!

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ÜBER

Sabine Magnet ist Dichterin, Autorin und Journalistin. Sie studierte Journalistik an der Ludwig-Maximilians-Universität und machte eine Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München. Ihre journalistischen und literarischen Texte auf Deutsch und Englisch werden seit zwanzig Jahren von Magazinen, Zeitungen, Buchverlagen, auf literarischen Plattformen und Lyrikseiten veröffentlicht und im Rahmen von Anthologien, Kunstprojekten und Ausstellungen präsentiert. Sabine lebt und arbeitet in München und London.

 

Seit ihrer Kindheit dichtet Sabine Magnet schon, zeigte ihre Arbeiten aber erstmals 2012 einer Öffentlichkeit. In dem Jahr erschien ihr Gedichtband Poesía Clandestina begleitend zu einer Ausstellung ihrer Gedichte im Münchner Maximiliansforum auf Einladung des Kulturreferats der Stadt München: Während der gesamten sechswöchige Kunstveranstaltung The Fuze zierten ihre Texte die Räume, der Schauspieler Walter Hess (Kammerspiele) und die Sprecherin Sandra Schwittau trugen die Gedichte vor, und es entstand ein Film mit der Konzeptarbeit Die Zehn Delikte der Menschheit.

 

2011 gründete sie den Magnet Verlag, dessen erste Publikation in vier Kontinente verkauft wurde. Sabine Magnet war Mitglied des Kunst-Wissenschafts-Kollektivs DantonDenkRaum und am englischsprachigen Literaturprojekts Munich Stories beteiligt. Anfang 2018 erschien ihr erstes Sachbuch Und was, wenn alle merken, dass ich gar nichts kann? über das Impostor-Phänomen im mvg Verlag.

 

2017 startete sie das Projekt POETRY TO GO, eine Poesieperformance, die auf der jahrhundertealten Tradition der Auftragsdichtung beruht. In der Grundform sitzt sie mit ihrer Schreibmaschine in der Öffentlichkeit und verfasst aus dem Stegreif Gedichte nach Angaben der Auftraggebenden.

 

In der Weiterentwicklung wird daraus Konzeptkunst wie bei der Gruppenausstellung HAUSARBEITEN – Über das Verhältnis von Macht und Weiblichkeit im September in der Villa Zierer in Gröbenzell. Magnets Arbeit hieß ICH GEBE EUCH MEIN WORT und bot dem Publikum die Möglichkeit an, sich über Unausgesprochenes, Tabuisiertes, Unbewusstes klar zu werden und es zu benennen: Besucherinnen und Besucher konnten anonyme Nachrichten einreichen. Aus diesen Informationen macht Sabine Magnet lyrische Texte, die Teil der Installation in der Bibliothek der Villa wurden. Eine Auswahl trug Schauspielerin Katja Brenner sie in Zusammenspiel mit Pianistin Masako Ohta vor. Die handgeschriebenen Zettel wurden am Ende der Ausstellung verbrannt. Zurück blieben nur die Gedichte.

 

Eine andere künstlerische Zusammenarbeit waren die WRITE-IN SESSIONS in der Galerie Fenna Wehlau in München. Die ausstellende Künstlerin Sheila Furlan schuf eigens einen transparenten Seidenschutzraum, in dem die Dichterin schrieb. SILK SHELTER ist ein work in progress und verknüpfte Motive in der Arbeit von Sabine Magnet mit den zentralen Aussagen von Sheila Furlans Werk. WRITE-IN No.1 trug den Titel „kthxbai“ und drehte sich um Formen der Dankbarkeit und Liebe, WRITE-IN No.2 handelte von Vorsätzen.

 

Ihre Arbeit AMT FÜR LYRIK UND GEFÜHLSVERARBEITUNG
spielte die Dichterin mit der Ästhetik und Geschichte der Location. Das Zwischennutzungsprojekt SP CE in der so genannten Alten Akademie, wurde im 16. Jahrhundert erbaut und war zuletzt (unter anderem) Heimat des Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung. In diesem Ambiente präsentiert Sabine Magnet ihre Poesie. Zwischen einer Gedichtinstallation zu Bürosprücheästhetik und einem Diagramme mit lyrischen Post-it-Botschaften saß die Dichterin an ihrer Schreibmaschine. Gäste, die ein Gedicht wollten, musste ein Formular ausfüllen, eine Nummer ziehen und den Antrag einreichen. Der Unterschied zum „normalen Amt“: Beim Warten kann man laut ratschen, Kunst anschauen und Alkohol trinken. Und: Durch die Beantwortung der Fragen und durch die künstlerische Verarbeitung der Informationen haben die Antragstellenden die Möglichkeit, sich selbst besser kennenzulernen und ihre Gefühle besser zu verstehen.